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Am 11.05.2017 lud das Freiburger Amt für Schule und Bildung zu einer Veranstaltung mit dem Thema „Tablet, Smartphone und Co. – Neue Medien im Unterricht“ in die Max-Weber-Schule ein.

Unter anderem stellte dort Dr. Patrick Bronner die Planungen zur Digitalisierung am Friedrich-Gymnasium vor.
Dort wird jedem Lehrer ein Tablet zur Verfügung gestellt und ab dem nächsten Schuljahr erhalten alle Schüler der 7. Klasse ein eigenes Tablet.
Dr. Bronner führte aus, das bereits heute jedes Klassenzimmer am Friedrich-Gymnasium über eienen eigenen WLAN-Router verfügt. Derzeit werden diese
WLAN-Router vor allem für Unterrichtseinheiten benutzt, bei denen Schüler mit dem eigenen Smartphone arbeiten.
In Zukunft soll das WLAN dann die Tablets der Siebtklässler versorgen.
Ein Schulzimmer mit einem WLAN und 30 Tablets, zu jedem Tablet eine Tastatur, die über Bluetooth mit dem Tablet kommuniziert. Welche Strahlungswerte kann man dort erwarten ?
Bei einem einzelnen WLAN-Gerät kann man in der Entfernung die ein Benutzer normalerweise zu seinem Gerät einhält eine Strahlungsintensität von um die 2000 Mikrowatt je Quadratmeter ausgehen. Um welchen Faktor sich diese Belastung bei 30 Tablets im selben Schulzimmer erhöht, lässt sich schwer abschätzen da hier auch die Reflexionseigenschaften insbesondere der Fenster berücksichtigt werden müssen, dies werden Messungen zeigen müssen.
Allerdings liegt auch eine Belastung von 2000 Mikrowatt je Quadratmeter schon über dem Level, bei dem sich Änderungen der Gehirnströme nachweisen lassen. Eine geeignete Lernathmosphäre ist dies mit Sicherheit nicht.

Wieso man den Kindern teure und fragile Tablets (es handelt sich um Apple-iPads) zur Verfügung stellt wenn es zum halben Preis robustere und vielseitigere Laptops oder Palmtops gibt wurde nicht erläutert.
Hier scheint der Coolness-Faktor das wichtigste Entscheidungskriterium gewesen zu sein, denn zum vernünftien Arbeiten fehlt es dem iPad an der Unterstützung einer Maus. Die feinmotorischen Kapazitäten der Finger auf dem Tablet-Bildschirm sind dann doch sehr begrenzt. Tables sind vor allem zum Surfen gedacht, zum Arbeiten sind sie nur eingeschränkt zu gebrauchen. Insbesondere aber kann man iPads nur aufwendig mit 3 Zusatzgeräten über ein Ethernet-Kabel mit dem Internet verbinden. Wer kein WLAN benutzen will würde sich normalerweise für ein anderes Gerät entscheiden.

Die Tablets, die das Friedrich-Gymnasium den Lehrern zur Verfügung stellt sind sinnigerweise von einem anderen Hersteller und arbeiten mit einem anderen Betriebssystem. Immerhin lassen sich diese Tablets komfortabler mit einem Ethernet-Kabel verbinden und unterstützen mit einem entsprechenden Zusatzgerät auch eine kabelgebundene Maus und Tasttur (siehe Tablets und Ethernet).

Am Ende der Veranstaltung gab es eine Diskussion mit den Zuhörern, wo das Thema WLAN nochmals diskutiert wurde. Aber letztlich scheint die Vorstellung vorzuherrschen, dass man sich nur über ein WLAN mit dem Internet verbinden kann. Für Smartphones ist dies korrekt, für die Ausstattund die die Schulen heute neu beschaffen aber muss dies nicht so sein.
Hier stellt sich auch die Frage der Inklusion und der Barrierefreiheit neu: Auch unter Kindern und Jugendlichen gibt es Elektro-Hypersensibilität. Und je mehr Kinder und Jugendliche im Elektrosmog aufwachsen, desto grösser wird die Zahl der Elektro-Hypersensiblen erwartunggemäss werden. Wie geht eine Schule mit Elektro-Hypersensiblen Schülern um ? Muss man sie künfitg auf WLAN-Freie Sonderschulen schicken ?

Auch im Hinblick auf die Frage der mentalen Entwicklung der Kinder stellt sich eine Frage: Inwieweit darf eigentlich eine Schule den Eltern die Entscheidung abnehmen, ob und wann sie ihrem Kind ein Smartphone oder Tablet zur Verfügung stellen wollen. Jedem 12-jährigen von der Schule aus ein Tablet zur verfügung zu stellen entmündigt in gewisser Weise die Eltern der Kinder. Letztlich kann die Schule die Kontrolle, dass die Kinder das Tablet nur zu schulischen Zwecken benutzen nicht leisten. Auch die Eltern können das nicht leisten. Wie sagt Prof. Dr. Spitzer ? „Smartphones machen dumm und krank“, ist das der richtige Weg in die Zukunft ?